Neue Arbeitspapiere der Willy-Aron-Gesellschaft erschienen

Die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. hat zwei neue Arbeitspapiere veröffentlicht:

  • Oberst i. G. Graf Stauffenberg – als Soldat im Widerstand (Vortrag von Oberst Prof. Dr. Winfried Heinemann; Arbeitspapiere der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V., Bd. 2/2019)
  • Holocaust-Gedenken 2019 (Arbeitspapiere der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V., Bd. 1/2019)

Die Arbeitspapiere werden herausgegeben von Daniel Manthey, Mechthildis Bocksch und Andreas Ullmann; die redaktionelle Verantwortung liegt in den Händen von Mechthildis Bocksch und Axel Bernd Kunze.

Die Bamberger Willy-Aron-Gesellschaft hält die Erinnerung an den Bamberger Widerstandskämpfer Willy Aron wach. Sie setzt sich für Demokratie, Menschenrechte und Zivilcourage heute ein. Dabei arbeitet sie mit Methoden aus der Gedenkstättenarbeit und Menschenrechtsbildung.

Weitere Informationen: www.willy-aron-gesellschaft.de

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Vortrag: Überlegungen zum Verhältnis von Parteien und Korporationen (am Beispiel der SPD)

Auf der letztjährigen Studentenhistorikertagung im Oktober 2018 in Bonn sprach Axel Bernd Kunze über das Verhältnis von Studentenverbindungen und Sozialdemokratie. Der Lassalle-Kreis, ein bundesweites Netzwerk korporierter Sozialdemokraten, hat den Vortrag nun in überarbeiteter Form vorab auf seinen Internetseiten veröffentlicht:

https://lassalle-kreis.de/content/%C3%BCberlegungen-zum-verh%C3%A4ltnis-von-parteien-und-korporationen-am-beispiel-der-spd

Der Beitrag bietet zugleich grundsätzliche Gedanken über das Verhältnis zwischen politischen Parteien und studentischen Korporationen an.

Eine Buchveröffentlichung ist für die Tagungsdokumentation geplant: Sebastian Sigler (Hg.): Die Vorträge der 78. deutschen Studentenhistorikertagung. Bonn 2018 (Beiträge zur deutschen Studentengeschichte), München: Akademischer Verlag München 2019 [i. Dr.].

Kolumne: Arme Kirche? – Dies hätte auch Folgen für den Bildungsbereich

In der aktuellen Ausgabe der katholischen Wochenzeitschrift „Die Tagespost“ setzt sich Axel Bernd Kunze, Schulleiter, Sozialethiker und Erziehungswissenschaftler, aus bildungsethischer Perspektive mit der Forderung nach einer „armen Kirche“ auseinander. Dabei geht es auch um die Kirche als großer, traditionsreicher Bildungsträger – und um eine gesicherte Wahlfreiheit im Bildungssystem. Dort, wo die Kirche als Schulträger auftritt, ist sie ein starker Garant dafür, dass der Staat kein Bildungsmonopol für sich reklamieren kann. Wer eine freiheitliche Gesellschaft und freie Individuen möchte, sollte auch für ein starkes freies Schulwesen eintreten. Hier ein Auszug aus der Kolumne mit dem Titel „Gegen eine falsche Armutsromantik“:

Kirchlicher Besitz ist kein Selbstzweck, wohl aber notwendig für eine Kirche, die sich ihrer Verantwortung als Arbeitgeber, Vertragspartner, Immobilienbesitzer, Kulturträger, Bewahrer von Kunstschätzen, Bildungsträger oder Sozialpartner bewusst ist. Wo etwa die kirchliche Zusatzversorgungskasse wackelt, sollte dies als Warnzeichen verstanden werden.

Die Qualität kirchlicher Dienste steigt nicht, wenn die soziale Absicherung kirchlicher Mitarbeiter sinkt. Ohne Tarifbindung wie im öffentlichen Dienst wären Caritas und Diakonie als Arbeitgeber nicht mehr attraktiv.

Doch steht mehr auf dem Spiel. Unser kooperatives Staat-Kirche-Modell verhindert staatliche Machtkonzentration, führt zu einem Trägerpluralismus und wirkt freiheitsichernd. Wo Kirche als verlässlicher Akteur, etwa im Sozialbereich, ausfällt, muss der Staat die Lücke füllen. Er erhält so mehr steuernden Einfluss auf gesellschaftliche Bereiche oder die private Lebensführung. Eine Umwandlung kirchlicher Rechtstitel, die als Entschädigung für die Säkularisation dienen, müsste sorgfältig verhandelt werden; denn mit staatlichem Zentralismus wäre für die Handlungsfähigkeit der Kirche wenig gewonnen.

Die sozialethische Kolumne in der „Tagespost“ erscheint in Zusammenarbeit mit der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle in Mönchengladbach. Die Kolumne finden Sie online hier:

https://www.ksz.de/aktuelle_nachrichten.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=657&cHash=f978b477df3069493d9eee363f3be8b7

https://www.die-tagespost.de/politik/wirtschaft/Kolumne-Gegen-eine-falsche-Armutsromantik;art314,200688

Frankfurter Arbeitspapier dokumentiert Konflikt um die „Neue Ordnung“

Das Oswald von Nell-Breuning-Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen dokumentiert in seiner Reihe „Frankfurter Arbeitspapiere zur gesellschaftsethischen und sozialwissenschaftlichen Forschung“ (FAgsF, Nr. 70) den Konflikt um die Zeitschrift „Die Neue Ordnung“. Der Dokumentation vorangestellt ist eine Einleitung des Institutsdirektors, Bernhard Emunds, die den üblichen Eindruck eines neuen Manichäismus innerhalb der politischen Debatte in Deutschland nicht ganz verbergen kann. Die Zeitschrift hat die sozialethische Debatte innerhalb der „alten“ Bundesrepublik erheblich geprägt. Im März 2019 entzog die Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik, die Vereinigung der deutschsprachigen Lehrstuhlinhaber des Faches, der Zeitschrift das wissenschaftliche Vertrauen. Im Juni bezogen rund sechzig Autoren und Freunde der „Neuen Ordnung“ in der Wochenzeitschrift „Die Tagespost“ dagegen Stellung und machten deutlich, dass Boykottaufrufe kein Mittel der wissenschaftlichen Auseinandersetzung sein sollten. Im Juli reagierte ebenfalls in der „Tagespost“ ein Viererteam aus der Arbeitsgemeinschaft mit einer Entgegnung auf den offenen Brief der sechzig Wissenschaftler und Publizisten.

Das Arbeitspapier ist online abrufbar unter: https://nbi.sankt-georgen.de/assets/documents/2019/fagsf70_internet.pdf

Neuerscheinung: engagement 2/2019

Die neue Ausgabe der Zeitschrift engagement beschäftigt sich mit folgenden Themen:

Thementeil:

Das Themenheft widmet sich der Prävention sexualisierter Gewalt in Schulen und Internaten (verantwortlich für den Thementeil: Christopher Haep, Hamburg)

Umschau:

Im thematisch offenen Teil des Heftes fragt Axel Bernd Kunze (Weinstadt/Rems und Bonn): Welche Rolle spielen Internate an Fachschulen für Sozialpädagogik? Überlegungen aus bildungsethischer Sicht.

Besprechungen:

In der Rezensionsabteilung des Heftes werden dieses Mal folgende Titel besprochen:

  • Eva Steinherr (2017): Werte im Unterricht. Empathie, Gerechtigkeit und Toleranz leben (Rez.: Thomas Kesselring, Bern/Schweiz)
  • Michael Pauen, Harald Welzer (2015): Autonomie. Eine Verteidigung (Rez.: Axel Bohmeyer, Berlin)
  • Magdalene Simpfendörfer-Autenrieth (Hg.) (2018): Kindheit. Veränderung und Unveränderliches (Rez.: Axel Bernd Kunze, Weinstadt/Bonn)
  • Manfred Liebel (2015): Kinderinteressen. Zwischen Paternalismus und Partizipation (Rez.: Axel Bohmeyer, Berlin)
  • Volker Ladenthin (2018): Was wir wissen könnnen und was wir glauben müssen. Eine kleine Erkenntnistheorie für den Alltag (Rez.: Johannes Gutbrod, Karlsruhe)
  • Thomas Hald (2018): die abendsonne im glas. Gedichte (Rez.: Volker Ladenthin, Bonn)
  • Ying ChangCompestine (2018): Revolution ist keine Dinnerparty (Rez.: Karin Blank, Bonn)
  • Amalia Rosenblum (2018): Was ist, kann nicht verschwinden (Rez.: Anna Winkler-Benders, Bonn)
  • Britta Teckentrup (2018): Die Schule (Rez.: Dominique Moldehn, Bonn)

Die Zeitschrift erscheint im Münsteraner Aschendorff-Verlag und wird herausgegeben von der Konferenz der Träger Katholischer Schulen in freier Trägerschaft in Deutschland.

AG Christliche Sozialethik nimmt Stellung: „Für substanziellen Dialog und wissenschaftlichen Diskurs“

Im vergangenen Monat antworteten in der Wochenzeitschrift „Die Tagespost“ mehr als sechzig Wissenschaftler und Publizisten auf den Boykottaufruf der Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik gegen die Zeitschrift „Die Neue Ordnung“ und ihren Chredakteur, P. Prof. Dr. Wolfgang Ockenfels OP:

https://www.die-tagespost.de/feuilleton/online/Substanzieller-Dialog-statt-Stigmatisierung-und-Ausgrenzung;art4690,198850

Unter dem Titel „Für substanziellen Dialog und wissenschaftlichen Diskurs“ veröffentlichte die „Tagespost“ am 4. Juli 2019 nun eine Erwiderung, verfasst vom Vorstand (Prof. Dr. M. Heimbach-Steins, Münster/Westf.; Prof. Dr. C. Mandry, Frankfurt/M.) und zwei weiteren Mitgliedern (Prof. Dr. B. Emunds, Frankfurt/Main; Prof. Dr. G. Kruip, Mainz) der Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik:

http://www.christliche-sozialethik.de/?p=392

Damit liegen Rede und Gegenrede auf dem Tisch. Die wissenschaftliche und publizistische Öffentlichkeit kann die Argumente beider Seiten beurteilen …

Wie nicht anders zu erwarten, weisen die Urheber der ursprünglichen „Erklärung“ die Vorwürfe, die Publikationsfreiheit einschränken zu wollen, zurück. Stattdessen heißt es in der Stellungnahme vom 4. Juli an die Adresse der Kritiker: „Unter dem Vorzeichen der Verteidigung formaler Freiheiten wird verschleiert, über welche gravierenden inhaltlichen Punkte eine Auseinandersetzung geführt werden muss – die soll aber offensichtlich gerade vermieden werden. Die Gegenerklärung bleibt hier merkwürdig stumm.“ Ob diese Diagnose wirklich so stimmt, soll an dieser Stelle dahingestellt bleiben. Plausibler erscheint beim Vergleich beider Stellungnahmen aus der „Tagespost“ eher eine andere Beobachtung: Einmal mehr zeigt die mit harten Bandagen innerhalb der Christlichen Sozialethik ausgetragene Kontroverse, wie schwer ein „substantieller Dialog“, den beide Seiten mit unterschiedlichen Argumenten einfordern, heute fällt. Dies gilt nicht allein für die Wissenschaft im Allgemeinen und die wissenschaftliche Sozialethik im Besonderen. Zu Recht sprechen die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft zu Beginn ihrer Stellungnahme „eine zunehmende politische Polarisierung unserer Gesellschaft“ an. Ein gemeinsames Freiheitsbewusstsein ist zwischen beiden Stellungnahmen so gut wie nicht mehr auszumachen, dies gilt in diesem Zusammenhang auch für andere normativ besetzte Begriffe wie „Dialog“, „Vielfalt“ und „Pluralität“. Die Verständigung wird sicher nicht einfacher, wenn jetzt auch noch eine Verbindung zum Mord an Walter Lübcke hergestellt wird, der ohne Zweifel durch nichts zu rechtfertigen ist.

Soll ein „substantieller Dialog“ wirklich wieder gelingen, brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Streit – hart in der Sache, aber fair im Umgang. Eine solche Streitkultur setzt voraus, dass sich alle Beteiligten ihrer formalen Freiheitsrechte sicher sein dürfen. Über Inhalte mag man dann trefflich streiten – und wenn es sein muss, auch mal polemisch. Davon geht die Welt nicht unter. Was gesellschaftlich gilt (erst vor kurzem hat Altbundespräsident Gauck eine „robuste Zivilität“ für die Debatte in Deutschland angemahnt), sollte auch innerkirchlich gelten. Warum der Vorwurf der „Doppelzüngigkeit“ an einen Bischof, mithin eine Person der Zeitgeschichte, in einem streitbaren Editorial seinen Verfasser schon aus der „diskursiven wissenschaftlichen Community“ hinausdrängt, bleibt unklar. Auch unsere Kirche verträgt mehr Streitkultur. An dieser Stelle kann an das Theologenmemorandum „Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“ erinnert werden, an dem auch deutschsprachige Sozialethiker führend beteiligt waren – darin heißt es: „Die Unruhe eines offenen Dialogs ohne Tabus ist nicht allen geheuer, schon gar nicht wenn ein Papstbesuch bevorsteht.“ Offenbar gilt dies nicht allein für Kirchenleitungen und nicht allein vor Papstbesuchen. Substantieller Dialog ohne die Unruhe eines offenen Dialogs wird nicht gelingen – das zeigt die aktuelle Kontroverse einmal mehr.

 

 

Neuerscheinung zur Professionalität von Erziehern: Das Recht auf Bildung als Querschnittsthema innerhalb der Erzieherausbildung

Aus der Einleitung des Herausgebers:

Priv.-Doz. Dr. Axel Bernd Kunze […] wählt einen bildungsethischen Zugang in seinem Beitrag. Ausgehend  vom Recht auf Bildung klärt er die Frage, welche Konsequenzen sich aus diesem Recht für die Ausbildung von [Erzieherinnen] ergeben. Dazu erörtert Kunze zunächst, was unter „Bildung“ zu fassen ist, um daraus Anschlussmüglichkeiten für eine Auseinandersetzung mit dem Recht auf Bildung im Rahmen der Fachschule für Sozialpädagogik zu formulieren. Dabei geht er vom Verständis aus, dass Bildungs- und berufsethische Aspekte einen integralen Bestandteil einer umfassend verstandenen Professionalität von Erziehern und Erzieherinnen darstellen.

Axel Bernd Kunze: Jedermann hat das Recht auf Bildung (Art. 26 Abs. 1 AEMR 1948). Das Recht auf Bildung als Querschnittsthema innerhalb der Erzieherausbildung, in: Carsten Püttmann (Hg.:) Bildung. Konzepte und Unterrichtsbeispiele zur Einführung in einen pädagogischen Grundbegriff (Didactica Nova; 29), Baltmannsweiler: Schneider-Verlag Hohengehren 2019, S. 291 – 316.