Neue Veröffentlichungen verlinkt

In der rechten Menüspalte finden Sie neue Arbeitsproben und Auswahlveröffentlichungen zu pädagogischen und sozialethischen Themen verlinkt.

Ferner finden Sie unter der Kategorie „Kolumnen“ einen Link zu den sozialethischen Kolumnen, die regelmäßig in Kooperation mit der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle in der „Tagespost“ erscheinen. Unter der Kategorie „Kolumnist der ‚Tagespost'“ finden Sie Kolumnen von Axel Bernd Kunze, Bildungsethiker an der Universität Bonn.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre!

Herzlichen Dank und alles Gute zum neuen Jahr

Leider war das vergangene Jahr für die Publikations- und Meinungsfreiheit in der Kirche kein gutes Jahr, wenn ich allein an die Auseinandersetzungen um zwei traditionsreiche Titel katholischer Publizistik, „Die Neue Ordnung“ und „Die Tagespost“, denke. Für den gerade in der katholischen Kirche beginnenden Synodalen Weg sind das keine guten Vorzeichen. Aber die Kirche ist keine Ausnahme: Das Diskursklima in unserem Land insgesamt verengt sich zunehmend. Umso wichtiger ist es, das Gespräch nicht abreißen zu lassen und fair miteinander zu ringen – um die Kraft des besseren Arguments. Denn was im Diskurs bleibenden Wert besitzt, wird sich allein im freien, fairen, konstruktiven Meinungsstreit erweisen. Boykottaufrufe sollten kein Mittel der wissenschaftlichen und publizistischen Auseinandersetzung sein. In diesem Sinne verbinde ich die Grüße zum bevorstehenden Jahreswechsel mit einem herzlichen Dank für Ihr Interesse an meinem Weblog, für allen bildungsethischen Austausch und das gemeinsame Gespräch über die Fragen unserer Zeit.

Ich wünsche allen Lesern und Leserinnen meines Weblogs eine erholsame Zeit „zwischen den Jahren“ sowie Gesundheit, Zuversicht und Gottes Segen für das neue Jahr.

Ihr Axel Bernd Kunze

INTERMEZZO: Thomas Hald, diapsalma

diapsalma

 

„Zur Erkenntnis der Wahrheit bin ich vielleicht gelangt;

                                                                       doch wahrlich nicht zur Seligkeit.“

 

                                                                                                                      (Sören Kierkegaard)

 

 

nur aus dem gotteslob singen

und fromm die hände falten

ist nicht genug – halten

sollst du vor allen dingen

 

den nächsten, bevor er fällt,

seine sonne sich verdunkelt.

und im getriebe dieser welt

gegensteuern – dann funkelt

 

am weiten firmament der liebe

dein stern: sich nach ihm richten,

auch wenn er dir nicht bliebe –

 

versuchs! dem eigenen gewissen

folgen. gestalten, malen, dichten,

die großen weißen segel hissen …

 

 

 

05.11.19

 

Thomas Hald (München)

Ich danke einem Münchner Freund, der mir das Gedicht für eine Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.

Segenswünsche zum Weihnachtsfest

File:Sagrada Familia por Goya (c. 1787).jpg

(Francisco da Goya: Sagrada Familia, um 1787, Prado, Madrid)

 

Gott wird Mensch, voll und ganz. Und das heißt auch: Er wird ein kleines Kind, angewiesen auf die Liebe und Zuwendung seiner Eltern. „Seht, der kann sich selbst nicht regen, durch den alles ist und war“, heißt es in einem Weihnachtslied. Es klingt paradox: Gott teilt unsere Erfahrungen, er durchlebt die Höhen und Tiefen des Lebens, von der Geburt bis zum Tod – und darüber hinaus. Doch gerade deswegen ist die Geburt Jesu der Beginn unserer Erlösung.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern meines Weblogs den Segen der Weihnacht und einen hoffnungsvollen Start in das neue Jahr – verbunden mit einem herzlichen Dank für allen bildungsethischen Austausch in diesem Jahr.

Gute Wünsche für einen gesegneten Advent

(Darbringung im Tempel: Meister der Pollinger Tafeln, 1444)

Simeon und Hanna stehen für die Gerechten im Volk Gottes, die an die alten Verheißungen Israels geglaubt und auf das Kommen des Messias gewartet haben. Ein Gerechter ist im Alten Testament, wer aus einer lebendigen Beziehung zum Wort Gottes lebt, der „Freude hat an der Weisung des Herrn“, wie es im Psalm 1 heißt. Wer als Gerechter lebt, verlässt sich auf Gottes Verheißungen und richtet sein Leben an der Schrift aus. Er setzt seine Hoffnung voll und ganz auf Gott und vertraut sich seiner Treue an.

An Simeon und Hanna können wir ablesen, was dies bedeutet: Beide sind gerecht und fromm – sie leben aus dem Wort Gottes. Dies meint nicht, die Schrift als ein Regelwerk zu nehmen, an das man sich kleinlich und zwanghaft zu halten habe. Es meint, die Schrift aus einer persönlichen, liebenden Hinwendung zu Gott her zu lesen und zu verstehen.

Und aus dieser Haltung heraus, erkennt Simeon eine Verheißung, die Gott für die Zukunft noch Größeres zutraut, als seine Treue bereits getan hat. Simeon wartete auf die Rettung Israels, heißt es im heutigen Evangelium.

Es ist derselbe Geist Gottes, der Simeon zur prophetischen Lektüre der Schrift ermutigt und der ihn nun, da sich die Zeit erfüllen soll, in den Tempel führt. Und er erkennt: In diesem Kind erfüllt sich die Schrift. Gottes Verheißungen erweisen sich als gültig.

Simeon, der Gerechte, ist ein prophetischer, wir können auch sagen: ein geistlicher Mensch. Als ein Hoffender ist er offen geblieben für Gottes Anruf. Er rechnet mit dem Heilshandeln Gottes in der Gegenwart. Dies drückt sich in seinem Lobpreis aus, den uns Lukas überliefert.

Der Lobgesang Simeons verwendet Worte des Propheten Jesaja. Diese machen zwei Dinge über dieses Kind deutlich: Zum einen wird Jesus in die Verheißungen seines Volkes gestellt, indem er mit dem Gottesknecht  im Buch Jesaja identifiziert wird. Dessen Sendung hat etwas Universales; sie geht, wie Jesaja deutlich macht, über Israel hinaus und beinhaltet eine Heilszusage an alle Völker. Zum anderen geht es um ein Trostwort an Israel: Die Herrlichkeit Gottes kündigt dem verängstigten Volk sein rettendes Eingreifen an.

Dies bestätigt sich noch einmal in Hannas prophetischer Verkündigung.

Gottes lebendiges Wort, in: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen 17 (2020), H. 1, S. 101 – 117.

In den kommenden Tagen werden wir wieder die uralten Verheißungen aus dem Buch Jesaja lesen. Lesen wir sie als Trostwort und auch Heilszusage an uns.  In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern meines Weblogs eine erwartungsvolle, trost- und segensreiche Adventszeit.

Ihr Axel Bernd Kunze

Neuerscheinung: Der Advent kündigt sich an …

(Matthias Grünewald, etwa 1515)

Adventliche Erwartung ist die Freude über eine unendlich verheißungsvolle, uns von Gott zugesagte Zukunft: ein Neuanfang, bei dem sich Befreiung und Erlösung verbinden.

Diese Zukunft ist nicht fern von uns. Als Christen glauben wir, dass diese Zukunft bereits begonnen hat: in Jesus Christus. Er selbst hat die Prophetenworte, die wir heute gehört haben, zum Maßstab gemacht, an dem wir erkennen können, dass Gottes Reich bereits unter uns begonnen hat – wenn er den Jüngern des Johannes erklärt: „Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht“ (Mt 11, 4).

Als Christen leben wir schon heute in der Zukunft Gottes. Und zugleich wissen wir, dass diese noch nicht vollendet ist. Noch liegen Kummer und Seufzen über der Schöpfung. Aber wir haben die feste Zukunft, dass diese nicht das letzte Wort haben werden. Die Zukunft, von der Jesaja kündet, ist bereits unwiderruflich angebrochen. Daher gehört zum Advent beides – der Ruf: Komm, o Herr, und erlöse uns!, genauso wie die Gewissheit: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Freut euch! Denn der Herr ist nahe.

… aus einem Predigtvorschlag zum dritten Adventssonntag:

Axel Bernd Kunze: Verheißungsvolle Freude (Jes 35, 1 – 6a. 10), in: Der Prediger und Katechet 159 (2020), H. 1, S. 25 – 28.