Neuerscheinung: Sozialethik und Staat

Auch innerhalb der Christlichen Sozialethik finden Nachwahlbetrachtungen statt:

„Die abgestürzten C-Parteien fragen sich: Wie konnte trotz der kirchlichen Wahlhilfe fast eine Million ihrer bisherigen Wähler zur AfD überlaufen? Hunderttausende liefen der SPD und anderen Parteien davon, um aus Protest eine Alternative als Korrektiv zu wählen: Nicht als Alternative zum demokratisch-parlamentarischen System, sondern als systemkonforme Opposition zur Korrektur einer Politik, die von vielen Demokraten als verderblich beurteilt wird. […] Ob die Kirchen staatstragend sind oder im Sinne der C-Parteien sein sollten? […] Nach letzten, nicht allerletzten Umfragen von Allensbach vertrauen die Deutschen den Kirchen nur noch zu 36 Prozent, der Polizei dagegen zu 73 Prozent. Na und? Die klassischen Volkskirchen und Volksparteien verschwinden, weil sie das Volk nicht mehr erfassen können. Das sind die einfachen Leute, die sich nun politisch und religiös bemerkbar machen. Auch wenn sie von den politischen und theologischen Eliten nicht ernstgenommen werden.“ –

so P. Professor Dr. Wolfgang Ockenfels vom Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg im Editorial der aktuellen Ausgabe der „Neuen Ordnung“.

Privatdozent Dr. Axel Bernd Kunze (Universität Bonn) fragt in derselben Ausgabe in einem Beitrag:

„Ist mit der christlichen Sozialethik noch ein Staat zu machen?“

Der Beitrag skizziert eingangs, wie sich innerhalb der neueren Sozialethik bereits seit längerem eine schleichende Abkehr vom Nationalstaat abzeichnet. Diese kulminiert in der gegenwärtigen Migrations- und Integrationsdebatte in kosmopolitischen Forderungen nach einer Weltinnenpolitik. Die häufig übersehenen Kosten dieser Entwicklung zeigen sich als erzwungene Gleichheit im öffentlichen Diskurs, schwindendes Vertrauen im Zusammenleben und ein Aufweichen wirksamer Verantwortung und demokratischer Transparenz. Abschließend wird herausgearbeitet, warum die Rechtsfunktion des Staates auch weiterhin unverzichtbar bleibt. Gegenwärtig gerät diese durch eine Vernachlässigung demokratischer und rechtlicher Institutionen und eine Moralisierung des Rechts in Gefahr.

Axel Bernd Kunze: Ist mit der christlichen Sozialethik noch ein Staat zu machen? Überlegungen zur notwendigen Rechtsfunktion des Staates, in: Die neue Ordnung 71 (2017), Heft 5, S. 352 – 365.

Onlinefassung: http://web.tuomi-media.de/dno2/Dateien/NO517-5.pdf

 

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