Vorankündigung: Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt

Für März ist ein neues Buch des langjährigen Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes angekündigt:

Josef Kraus: Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt. Und was Eltern jetzt wissen müssen (Verlag Herbig, 2017).

Der Titel erinnert an das Werk „The Death and Life of the Great American School System: How Testing and Choice Are Undermining Education“ von Diane Ravitch. In der Verlagsankündigung heißt es: „Werden unsere Kinder immer dümmer? Nein, aber sie werden immer ungebildeter. Drei große Problembereiche prangert der Bestsellerautor Josef Kraus an: die unheimliche und oft unsinnige Struktur des Bildungssystems, die Inhalte der Lehrpläne und das Problem der Sprache.“

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Neuerscheinung: Wissenschaftler antworten auf die erste päpstliche Umweltenzyklika

Wolfgang George (Hg.): Laudato si´. Wissenschaftler antworten auf die Enzyklika von Papst Franziskus (Gießen 2017).


INTERDISZIPLINÄRES PROJEKT STELLT ARGUMENTE UND SCHLUSSFOLGERUNGEN AUF DEN PRÜFSTAND UND ERÖFFNET DISKURS AUS VERSCHIEDENEN PERSPEKTIVEN

Aus der Presseinformation der TransMIT GmbH:
„Gießen, 20. Januar 2017 – Angesichts der Herausforderungen unserer Gegenwart erschien im Jahr 2015 eine der in jüngster Zeit wirkungsmächtigsten Schriften zur aktuellen Weltsituation. In der nun im Psychosozial-Verlag veröffentlichten Publikation „Laudato Si‘ – Wissenschaftler antworten auf die Enzyklika von Papst Franziskus“ prüfen 25 Wissenschaftler unterschiedlichster Herkunft, Fachdisziplin und Expertise erstmals die päpstliche Schrift Laudato Si‘ auf deren wissenschaftliche und pragmatische Evidenz. Herausgeber des Buches ist der Gießener Psychologe und Leiter des TransMIT-Projektbereichs für Versorgungsforschung, Wolfgang George. Ein Blick in die internationalen Medien zeigt, dass die weltweite Resonanz auf die in der zweiten Enzyklika „Laudato-Si‘ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ verhandelten Themen bis heute ungebrochen ist. Wie von Papst Franziskus angestrebt, wird dessen Schrift auch außerhalb der Welt katholischer Christen wahrgenommen und mitunter lebhaft besprochen. Vor diesem Hintergrund prüfen 20 Wissenschaftler verschiedener Disziplinen im vorliegenden Buch den Text von Papst Franziskus auf dessen wissenschaftliche Berechtigung. Weitere 5 NGO-Vertreter (Greenpeace, GermanWatch, Deutscher Nachhaltigkeitsrat, Misereor, Umweltbundesamt) analysieren und ergänzen die Aussagen der Enzyklika entlang ihrer zumeist auch internationalen Erfahrung. […]
Ziel des Projektes ist es, die Inhalte und aufgebrachten Diskussionslagen der Enzyklika nicht nur wissenschaftlich zu bewerten, sondern da wo möglich differenziert und zugleich lösungssuchend weiterzuführen. Ein Beispiel für den Anspruch des Buches, die sich aufgrund des Enzyklikatextes ergebenden Lösungsansätze aufzunehmen, ist das Kapitel „Nachhaltige regionale Transformation und räumliche Gerechtigkeit“ des Ökonomen und Regionalwissenschaftlers Ulf Hahne. Er macht erkennbar, wie der in der Enzyklika formulierte Lösungsweg einer nachhaltiger Regionalentwicklung auch praktisch gelingen könnte, wie durch kleinräumliche Lösungen eine auch ethisch gerechte Transformation von Regionen und Städten vollzogen werden könnte. […] Das Projekt will nicht zuletzt zu einer Bewusstseins-, Wissens- bzw. Verhaltensbildung des Lesers beitragen. Hierzu wird in den Kapiteln, in welchen dies möglich ist, ein Transfer der in der Enzyklika formulierten Bilanz- und Ausblickpositionen aufgezeigt. Dabei wendet sich das Buch nicht nur an Wissenschaftler, die an einem aus ihrer Fachdisziplin begründenden unabhängigen und zugleich werteorientierten Erkenntnisprozess sowie einer Auseinandersetzung zu den Inhalten der Enzyklika Laudato Si´ aus ganz unterschiedlicher Perspektive interessiert sind, sondern an alle Leser, die Aufklärung, Fortschritt, Zivilisation und Humanismus auch im 21. Jahrhundert als schützenswerte gesellschaftliche und individuelle Zielorientierungen betrachten.“

Weitere Informationen: http://www.laudato-si.info

Sozialethischer Literaturbericht 2016

Die Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle und die Arbeitsgesmeinschaft der Sozialethiker des deutschsprachigen Raumes haben den neuen sozialethischen Literaturbericht für 2016 veröffentlicht. Die Aufstellung bietet einen thematisch geordneten Überblick über aktuelle Monographien, Sammelbänden und Aufsätze aus der Christlichen Sozialethik. Kapitel 8 listet Neuerscheinungen aus den Bereichen Bildungsethik, Wissensgesellschaft, Medienethik sowie Kunst und Kultur auf. Wie die Aufstellung für das vergangene Jahr zeigt, hat das Interesse an Themen der Bildungsethik mittlerweile deutlich abgenommen. Ferner liegt ein kumulierter Literaturbericht für die Jahre 2009 bis 2015 vor.

Neuerscheinung: Die Inklusionsfalle

Michael Felten, bekannt für seine praxisgesättigten und zugleich streitbaren Bücher zu pädagogischen Themen, widmet sich in seiner Neuerscheinung einem strittigen Thema:

Michael Felten: Die Inklusionsfalle. Wie eine gut gemeinte Idee unser Bildungssystem ruiniert (Gütersloh 2017).

Der Band gibt einen Überblick über bislang vernachlässigte kritische Perspektiven auf diese zentrale bildungspolitische Weichenstellung. Zugleich macht der Band mit dem Ansatz eines „dual-inklusiven Schulsystems“ einen pragmatischen Lösungsvorschlag – als Ausweg aus der Falle zwischen paradiesischer Idealisierung und lokaler Überlastung. Die Stärken des bestehenden Regel- und Förderschulsystems werden vom Autor gebündelt und im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention weiterentwickelt.

Weitere Informationen zu dem Band finden Sie unter:

https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Inklusionsfalle/Michael-Felten/Guetersloher-Verlagshaus/e516974.rhd

Essay: Haben Staat und Nation sozialethisch ausgedient?

Am Montag, 20. Februar 2017, hat in Berlin das diesjährige Werkstattgespräch der deutschsprachigen Sozialethiker begonnen. In diesem Jahr geht es um die Krise der Europäischen Union. Das theologische Feuilletonmagazin „feinschwarz.net“ hat dies zum Anlass genommen, in einem Essay die Frage zu stellen, ob Staat und Nation innerhalb der Christlichen Sozialethik gegenwärtig überhaupt noch eine Rolle spielen: Staat und Nation – der blinde Fleck der Sozialethik?

Welche Rolle kommt staatspolitischen und staatsrechtlichen Aspekten innerhalb der sozialethischen Migrations- und Integrationsdebatte zu? Wie verhalten sich Gerechtigkeit und Nächstenliebe zueinander? Bei diesen Fragen zeichnen sich nicht unwesentliche Veränderungen innerhalb der aktuellen Sozialethik und ihrer Haltung gegenüber dem Staat ab. Stellvertretend für die Auseinandersetzung, welche die Disziplin durchzieht, steht ein Disput zwischen dem Staatsrechtslehrer Isensee, Verfasser des Grundsatzartikels „Staat“ im Handbuch der Katholischen Soziallehre, und dem Bamberger Erzbischof auf einer Tagung im Kloster Banz.

Derzeit ist eine deutliche Abkehr vom traditionellen katholischen Staatsdenken zu beobachten. Dessen Elemente werden in der zeitgenössischen Sozialethik ersetzt durch kulturwissenschaftliche Narrative und eine überschießende Interpretation der Menschenrechte. Doch Vorsicht: Die Sozialethik täte gut daran, den Staat nicht allzu voreilig abzuschreiben. Der Staat bleibt ein notwendig organisierender Faktor des sozialen Lebens – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Unsere gesamte Rechtsordnung, einschließlich der Anerkennung unveräußerlicher Grund- und Menschenrechte, basiert weiterhin auf nationaler Grundlage. So heißt es etwa in der Präambel der deutschen Verfassung, dass sich „das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben“ habe. Dabei ist das Staatsvolk mehr als ein zufälliger Verbund von Individuen. Es geht um eine Schicksals- und Solidargemeinschaft, die durch gemeinsame Identität nd Geschichte zusammengehalten wird. Ohne staatliche Ordnung kein Recht – und auch keine Freiheit. Es wäre fahrlässig, diesen Zusammenhang zu verkennen.

Der essayistische Zwischenruf zur derzeitigen Jahrestagung der deutschsprachigen Sozialethiker findet sich im Onlinemagazin Feinschwarz.

Neuerscheinung: Warum Religion in die Schule gehört …

„Wir tragen eine soziale Verantwortung – nicht zuletzt in unseren Kindertageseinrichtungen und Schulen – für Werte und Normen, Sitte und Brauchtum, Sprache und Kunst, Kultur und Tradition, die weit über unsere eigene Gegenwart hinausreicht: Denn wie künftige Generationen leben, denken und handeln werden, wird wiederum davon beeinflusst werden, wie wir heute leben, denken und handeln.“

… ist der Bonner Erziehungswissenschafter, Axel Bernd  Kunze, tätig als Gesamtschulleiter einer Fachschule für Sozialpädagogik, überzeugt. Die Worte stammen aus einer Schulleitungsrede, die im Sommer 2016 anlässlich der feierlichen Zeugnisübergabe an die Berufspraktikantinnen und Berufspraktikanten gehalten wurde. Die Rede war en pädagogisches Plädoyer, Religion nicht aus der Schule zu verbannen. Religiöse Bildung, so Kunze damals, ist eine wertvolle pädagogische Hilfe zur Identitätsbildung, Sinnfindung und Charakterformung. Die Festrede wurde jetzt in der schulpädagogischen Fachzeitschrift „Engagement“ veröffentlicht (34. Jahrgang, Heft 4/2016, S. 262 – 265).

Erzieherausbildung ermöglicht viele Anschlussmöglichkeiten

Ein Informations- und Elternabend für die Klassen des ersten Ausbildungsjahres der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt machte deutlich, wie vielfältig die beruflichen und akademischen Anschluss- und Aufstiegsmöglichkeiten heute sind, die mit der Erzieherausbildung offenstehen. Wer staatlich anerkannter Erzieher/staatlich anerkannte Erzieherin werden möchte, dem stehen an der Fachschule nach dem Berufsorientierungsjahr im Berufskolleg zwei Wege offen: die zweijährige Fachschule mit einjährigem Berufspraktikum und die dreijährige Praxisintegrierte Ausbildung. Diese bieten …

  • verschiedene praxisnahe Profilfächer (Techniker-Erzieher-Akademie, Singen mit Kindern, Natur- und Umweltpädagogik, Kinder unter drei Jahren, Religionspädagogische Praxis …);
  • die Möglichkeit, das Berufspraktikum ganz oder teilweise im Ausland zu absolvieren;
  • eine theologische Zusatzqualifizierung;
  • Projekte mit regionalen Partnern, in denen die Schüler berufsnahe Zusatzkompetenzen erwerben können (beispielsweise das Projekt Ausbildungsbotschafter mit der Industrie- und Handelskammer in Waiblingen oder das „Fair-Play-Soccer-Turnier“ für Grundschulklassen, das die Schulsozialarbeit Weinstadt organisiert);
  • individuelle Lernbegleitung.

Begleitend besteht die Möglichkeit, die Fachhochschulreife zu erwerben. Diese ermöglicht eine akademische Weiterqualifizierung, beispielsweise für spätere Leitungs- oder Fachberateraufgaben. Wer im Anschluss an die Erzieherausbildung studieren möchte, kann in vielen Fällen aufgrund der an der Fachschule erworbenen Kompetenzen sein Studium in verkürzter Dauer absolvieren. Viele Arbeitgeber schätzen Bewerberinnen oder Bewerber, die sowohl eine praxisnahe Fachschulausbildung als auch ein kindheits­pädagogisches Studium mitbringen. Ganz neu wird in Weinstadt ab September ein Integriertes Studienmodell starten, das in Kooperation mit der Evangelischen und der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg angeboten wird. Durch gezielte Veranstaltungen im Oberkurs, die auf das Studium vorbereiten, und ein Teilzeitstudium parallel zum Berufspraktikum benötigen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Modell nach dem Erwerb der staatlichen Anerkennung nur noch drei Semester Vollzeitstudium bis zum Erwerb des Bachelorabschlusses in Kindheitspädagogik.