Rezension: Religion bildet

Das Göttinger Courant-Forschungszentrum „Bildung und Religion von der frühen römischen Kaiserzeit bis zur klassischen Epoche des Islam: Religiöse Traditionen, Intellektuelle Diskurse und Praktisches Wissen“ hat seine Forschungsergebnisse in vierundzwanzig Miniaturen nun einer breiteren Öffentlichkeit vorgelegt. Eine Rezension des Abschlussbandes findet sich in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“:

Axel Bernd Kunze (Rez.): Religion bildet [Rezension zu: Reinhard Feldmeier, Monika Winet (Hgg.): Gottesgedanken. Erkenntnis, Eschatologie und Ethik in Religion der Spätantike und des frühen Mittelalters, Tübingen: Mohr Siebeck 2016, 221 Seiten], in: Christ in der Gegenwart 68 (2016), H. 44, S. 488.

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Neuerscheinung: Schulische Gretchenfrage

„Vermehrte Zuwanderung sowie wachsende religiöse und kulturelle Vielfalt stellen uns vor gewaltige Herausforderungen. Eine gelingende, robuste Integrationspolitik wird für die Zukunft unseres Landes von entscheidender Bedeutung sein. Die Schule spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle für den Erhalt und die Gestaltung eines gedeihlichen Zusammenlebens. […]“ – so Axel Bernd Kunze in der Reihe „Zur Diskussion“ in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Schule im Blickpunkt“:

  • Integration braucht eine gemeinsame Grundlage
  • Anforderungen an vermehrten Islam- und Ethikunterricht
  • Toleranz meint nicht Neutralität
  • Gegenseitige Anerkennung von Religion und Politik notwendig

Axel Bernd Kunze: Wie hältst du’s mit der Religion? Auch Schule muss sich der Gretchenfrage stellen, in: Schule im Blickpunkt. Informationen des Landeselternbeirats Baden-Württemberg 50 (2016), H. 1 (Oktober), S. 17 – 19.

Randnotiz: „Europa zwischen Nationalstaatlichkeit und Einheit“

Hans-Jürgen Papier, ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts, hat sich an der laufenden Europadebatte in der F.A.Z. beteiligt: „Europa zwischen Nationalstaatlichkeit und Einheit“ (F.A.Z., Nr. 242/2016, 17. Oktober 2016, S. 6). Der Staatsrechtler betont, dass die Europäische Union (EU) weiterhin ein Staatenverbund sei. Hierauf sei Rücksicht zu nehmen. Hierin ist Papier zuzustimmen. Gegenwärtig rächt sich jedoch, dass nie ein wirklich ergebnisoffener und fairer Diskurs über die von den europäischen Eliten forcierte Abkehr vom Modell eines „Europa der Vaterländer“ geführt wurde. Ein solches Europa wäre weiter anziehend, nicht aber ein bürokratischer „Superstaat“ namens EU. Denn der EU fehlen zentrale Elemente, die für ein Staatswesen typisch sind: eine gemeinsame Sprache, ein einheitliches Staatsvolk und eine funktionierende gesellschaftliche Öffentlichkeit. Niemand in Europa will zurück zu Nationalstaaten, die einander misstrauisch oder verfeindet gegenüberstehen. Zusammenarbeit ja, aber nicht um den Preis nationaler Identität. Der europäische Staatenverbund braucht ein transparentes Vertragswerk, dem eindeutige Grenzen gezogen sind – und zwar so, dass die Nationalstaaten innerhalb Europa souverän und handlungsfähig bleiben. Ansonsten droht ein technokratisches Staatswesen, in dem – schon aus sprachlichen und kulturellen Gründen – eine kleine EU-Elite ihre Geschäfte allein drehen kann, ohne dass eine demokratische Öffentlichkeit dabei groß stört. Dies wäre auch für die Bildungspolitik kein Gewinn.

Neuerscheinung: Neues Leitungsteam der EFSP Weinstadt

Die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet über das neue Leitungsmodell der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt: Fachschule stellt sich auf gesellschaftlichen Wandel ein. Die Schule wird künftig von einem vierköpfigen Leitungsteam geführt, bestehend aus einem Gesamtschulleiter und drei Schulartverantwortlichen für die Fachschule für Sozialpädagogik, die Praxisintegrierte Ausbildung und die Berufsfachschule für Kinderpflege.

Neuerscheinung: Frühkindliche Bildung – eine Menschenrechtsprofession?

In der Kinderrechtskonvention wird eine kinderfreundliche Bildung gefordert, die alters- und entwicklungsangemessen jedem Kind zur Verfügung stehen soll. Ob nun vielfältige Bildungs- und Förderangebote oder mehr Kita-Plätze – es braucht pädagogisch profilierte Konzepte, die die menschenrechtlichen Anspräche für Kinder in der frühkindlichen Arbeit sichern.

Axel Bernd Kunze: Frühkindliche Bildung. Eine Menschenrechtsprofession?,

in: TPS – Theorie und Praxis der Sozialpädagogik. Leben, Lernen und Arbeiten in der Kita (2016), Heft 7, S. 50 – 53.

Der Verfasser, Theologe und Pädagoge, ist als Gesamtschulleiter an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt tätig.

Veranstaltungsbericht: Buchvorstellung in Bamberg

Manfred Blänkner, Axel Bernd Kunze (Hgg.): Rote Fahnen, bunte Bänder. Korporierte Sozialdemokraten von Lassalle bis heute, Bonn 2016, 319 Seiten.

Auszüge aus der Buchvorstellung am 15. Oktober 2016 in Bamberg:

Am 3. Oktober d. J., dem Tag der Deutschen Einheit, wurde ein neuer burschenschaftlicher Dachverband gegründet, die Allgemeine Deutschen Burschenschaft. Es bleibt zu hoffen, dass diese Gründung die burschenschaftliche Bewegung in ihrer Vielfalt nicht schwächt, sondern stärkt.

Es ist schon bemerkenswert gewesen, dass im Jubiläumsjahr 2015 die Verfassungsorgane der Gründung der Urburschenschaft vor zweihundert Jahren nicht gedacht haben, obwohl zwei der wichtigsten Nationalsymbole auf dieses Ereignis zurückgehen – so, als wäre die Freiheitsbewegung des neunzehnten Jahrhunderts nicht mehr der Erinnerung wert.

Einigkeit und Recht und Freiheit! Die burschenschaftlichen Ideale, der Einsatz für die eigene Nation, für die Bindung an das Recht und das Streben nach innerer und äußerer Freiheit haben an Aktualität nichts verloren – im Gegenteil. Studenverbindungen leisten wertvolle Bildungs- und Erziehungsarbeit, vermitteln zentrale Orientierungswerte und wirken so in Staat und Gesellschaft hinein.

Demokratie lebt vom Wettstreit der politischen Ideen, auch wenn das Wechselspiel von Regierung und Opposition gegenwärtig mitunter ausgesetzt erscheint. Der Vitalität des öffentlichen Diskurses tut es nicht gut, wenn ein Parteiensystem dauerhaft in Schieflage gerät, weder in die eine noch in die andere Richtung.

Und zur burschenschaftlichen Bewegung gehörten immer auch führende Sozialdemokraten, auch wenn sich die Partei gegenwärtig mit diesem Erbe sichtlich schwer tut. Lassalle ist hier an erster Stelle zu nennen. Ein neuer Band des Lassallekreises, der erstmals Anfang August in Tübingen präsentiert wurde, stellt Lebensbilder korporierter Sozialdemokraten vor und zeigt, wie korporatives und politisches Engagement sich gegenseitig befruchten können – früher wie heute.