Onlineveröffentlichung: Universität als Kompetenztrainingsanstalt

Gesellschaft für Bildung und Wissen hat einen kritischen Gastbeitrag von Hans-Jürgen Bandelt, Professor für Mathematik an der Universität Hamburg, und Axel Bernd Kunze, Privatdozent für Erziehungswissenschaft an der Universität Bonn sowie Gesamtschulleiter einer Fachschule für Sozialpädagogik, zum „Kompetenzmodell Hochschullehre“ veröffentlicht:

https://bildung-wissen.eu/fachbeitraege/universitaet-als-kompetenztrainingsanstalt.html

Der Beitrag ist in überarbeiteter Form am 1. März 2017 in der Rubrik „Forschung und Lehre“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen.

Neuerscheinung: Braucht die Universität noch Wissenschaftler?

Hans-Jürgen Bandelt, Professor für Mathematik an der Universität Hamburg, und Axel Bernd Kunze, Privatdozent für Erziehungswissenschaft an der Universität Bonn sowie Gesamtschulleiter der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt, nehmen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 1. März 2017 die kompetenzorientierten Hochschulreformen, die das Gesicht der Universität radikal verändert haben, kritisch in den Blick und fragen:

Hans-Jürgen Bandelt, Axel Bernd Kunze:

Wie man Wissensdefizite kompetent einordnet. Im Studium sind Kompetenzen statt Wissen gefragt. Braucht man in der Lehre dann noch Wissenschaftler?,

in: Frankfurter Allgemeine Zeitung (Forschung und Lehre), Nr. 51/2017, 1. März 2017, S. N4.

Beide Autoren schreiben:

„Professoren und Dozenten sind nach dieser Bildungsvorstellung nur noch denkbar als Akquisiteure von Forschungsgeldern, als Bereitsteller von MOOCs, als Koordinatoren virtueller Tutoren und als Wahlkommission für die künftig hochselektiven Masterstudiengänge. Alles Aufgaben, für die man eigentlich kein wissenschaftliches Studium mehr braucht.“

Neuerscheinung: Welche Rolle spielt Bildung für die Soziale Arbeit?

In diesen Tagen ist die Dokumentation des letztjährigen Berliner Werkstattgespräches der deutschsprachigen Sozialethiker erschienen.Herausgeber sind Professor Dr. Markus Vogt, Professor für Christliche Sozialethik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, sowie Msgr. Professor Dr. Peter Schallenberg, Professor für Moraltheologie und Ethik an der Theologischen Fakultät Paderborn und Direktor der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle in Mönchengladbach.

Axel Bernd Kunze fragt in dem Band, in welchem Zusammenhang Bildung und Soziale Arbeit zueinander stehen. Sein Beitrag zeigt am Beispiel der Sozialraumorientierung auf, wie Bildungs- und Soziale Arbeit voneinander profitieren können.

Markus Vogt, Peter Schallenberg (Hgg.): Soziale Ungleichheiten. Von der empirischen Analyse zur gerechtigkeitstheoretischen Reflexion (Christliche Sozialethik im Diskurs; 9), Paderborn: Ferdinand Schöningh 2017, 209 Seiten.

Aus der Verlagsankündigung:

„Zahlreiche Studien diagnostizieren weltweit wachsenden soziale Ungleichheiten. Andere sprechen von Erfolgen in der Überwindung der Differenzen. Wie aussagekräftig sind die jeweils zugrunde gelegten Parameter? Tendiert der Kapitalismus zu mehr finanzieller Ungleichheit, wie Thomas Piketty behauptet? Wie ist der Zusammenhang zwischen Ungleichheit und sozialer Exklusion in verschiedenen Kontexten von Armut und Reichtum näher zu bestimmen? Was ergibt sich daraus für den normativen Stellenwert der Gleichheit?
Vor dem Hintergrund dieser Debatten setzt sich das Buch sowohl mit Modellen, Ergebnissen und Bewertungen der empirischen Gerechtigkeitsforschung als auch mit philosophisch-konzeptionellen Fragen des Verhältnisses von Gleichheit und Gerechtigkeit auseinander. Einen dritten Schwerpunkt bilden Konkretionen in unterschiedlichen Handlungskontexten wie Erbschaftssteuer, globale Armut, Klimawandel oder Gesundheitsversorgung und Eurokrise.“

Weitere Informationen zu dem Band finden Sie hier.

Vorankündigung: Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt

Für März ist ein neues Buch des langjährigen Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes angekündigt:

Josef Kraus: Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt. Und was Eltern jetzt wissen müssen (Verlag Herbig, 2017).

Der Titel erinnert an das Werk „The Death and Life of the Great American School System: How Testing and Choice Are Undermining Education“ von Diane Ravitch. In der Verlagsankündigung heißt es: „Werden unsere Kinder immer dümmer? Nein, aber sie werden immer ungebildeter. Drei große Problembereiche prangert der Bestsellerautor Josef Kraus an: die unheimliche und oft unsinnige Struktur des Bildungssystems, die Inhalte der Lehrpläne und das Problem der Sprache.“

Neuerscheinung: Wissenschaftler antworten auf die erste päpstliche Umweltenzyklika

Wolfgang George (Hg.): Laudato si´. Wissenschaftler antworten auf die Enzyklika von Papst Franziskus (Gießen 2017).


INTERDISZIPLINÄRES PROJEKT STELLT ARGUMENTE UND SCHLUSSFOLGERUNGEN AUF DEN PRÜFSTAND UND ERÖFFNET DISKURS AUS VERSCHIEDENEN PERSPEKTIVEN

Aus der Presseinformation der TransMIT GmbH:
„Gießen, 20. Januar 2017 – Angesichts der Herausforderungen unserer Gegenwart erschien im Jahr 2015 eine der in jüngster Zeit wirkungsmächtigsten Schriften zur aktuellen Weltsituation. In der nun im Psychosozial-Verlag veröffentlichten Publikation „Laudato Si‘ – Wissenschaftler antworten auf die Enzyklika von Papst Franziskus“ prüfen 25 Wissenschaftler unterschiedlichster Herkunft, Fachdisziplin und Expertise erstmals die päpstliche Schrift Laudato Si‘ auf deren wissenschaftliche und pragmatische Evidenz. Herausgeber des Buches ist der Gießener Psychologe und Leiter des TransMIT-Projektbereichs für Versorgungsforschung, Wolfgang George. Ein Blick in die internationalen Medien zeigt, dass die weltweite Resonanz auf die in der zweiten Enzyklika „Laudato-Si‘ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ verhandelten Themen bis heute ungebrochen ist. Wie von Papst Franziskus angestrebt, wird dessen Schrift auch außerhalb der Welt katholischer Christen wahrgenommen und mitunter lebhaft besprochen. Vor diesem Hintergrund prüfen 20 Wissenschaftler verschiedener Disziplinen im vorliegenden Buch den Text von Papst Franziskus auf dessen wissenschaftliche Berechtigung. Weitere 5 NGO-Vertreter (Greenpeace, GermanWatch, Deutscher Nachhaltigkeitsrat, Misereor, Umweltbundesamt) analysieren und ergänzen die Aussagen der Enzyklika entlang ihrer zumeist auch internationalen Erfahrung. […]
Ziel des Projektes ist es, die Inhalte und aufgebrachten Diskussionslagen der Enzyklika nicht nur wissenschaftlich zu bewerten, sondern da wo möglich differenziert und zugleich lösungssuchend weiterzuführen. Ein Beispiel für den Anspruch des Buches, die sich aufgrund des Enzyklikatextes ergebenden Lösungsansätze aufzunehmen, ist das Kapitel „Nachhaltige regionale Transformation und räumliche Gerechtigkeit“ des Ökonomen und Regionalwissenschaftlers Ulf Hahne. Er macht erkennbar, wie der in der Enzyklika formulierte Lösungsweg einer nachhaltiger Regionalentwicklung auch praktisch gelingen könnte, wie durch kleinräumliche Lösungen eine auch ethisch gerechte Transformation von Regionen und Städten vollzogen werden könnte. […] Das Projekt will nicht zuletzt zu einer Bewusstseins-, Wissens- bzw. Verhaltensbildung des Lesers beitragen. Hierzu wird in den Kapiteln, in welchen dies möglich ist, ein Transfer der in der Enzyklika formulierten Bilanz- und Ausblickpositionen aufgezeigt. Dabei wendet sich das Buch nicht nur an Wissenschaftler, die an einem aus ihrer Fachdisziplin begründenden unabhängigen und zugleich werteorientierten Erkenntnisprozess sowie einer Auseinandersetzung zu den Inhalten der Enzyklika Laudato Si´ aus ganz unterschiedlicher Perspektive interessiert sind, sondern an alle Leser, die Aufklärung, Fortschritt, Zivilisation und Humanismus auch im 21. Jahrhundert als schützenswerte gesellschaftliche und individuelle Zielorientierungen betrachten.“

Weitere Informationen: http://www.laudato-si.info

Sozialethischer Literaturbericht 2016

Die Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle und die Arbeitsgesmeinschaft der Sozialethiker des deutschsprachigen Raumes haben den neuen sozialethischen Literaturbericht für 2016 veröffentlicht. Die Aufstellung bietet einen thematisch geordneten Überblick über aktuelle Monographien, Sammelbänden und Aufsätze aus der Christlichen Sozialethik. Kapitel 8 listet Neuerscheinungen aus den Bereichen Bildungsethik, Wissensgesellschaft, Medienethik sowie Kunst und Kultur auf. Wie die Aufstellung für das vergangene Jahr zeigt, hat das Interesse an Themen der Bildungsethik mittlerweile deutlich abgenommen. Ferner liegt ein kumulierter Literaturbericht für die Jahre 2009 bis 2015 vor.

Neuerscheinung: Die Inklusionsfalle

Michael Felten, bekannt für seine praxisgesättigten und zugleich streitbaren Bücher zu pädagogischen Themen, widmet sich in seiner Neuerscheinung einem strittigen Thema:

Michael Felten: Die Inklusionsfalle. Wie eine gut gemeinte Idee unser Bildungssystem ruiniert (Gütersloh 2017).

Der Band gibt einen Überblick über bislang vernachlässigte kritische Perspektiven auf diese zentrale bildungspolitische Weichenstellung. Zugleich macht der Band mit dem Ansatz eines „dual-inklusiven Schulsystems“ einen pragmatischen Lösungsvorschlag – als Ausweg aus der Falle zwischen paradiesischer Idealisierung und lokaler Überlastung. Die Stärken des bestehenden Regel- und Förderschulsystems werden vom Autor gebündelt und im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention weiterentwickelt.

Weitere Informationen zu dem Band finden Sie unter:

https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Inklusionsfalle/Michael-Felten/Guetersloher-Verlagshaus/e516974.rhd